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1947 - 1970
Eine Feuerwehr-Drehleiter
kehrt zurück

 

30 Jahre nach ihrem letzten Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr Ingolstadt rollte anläßlich des großen Festumzuges zum Ingolstädter Stadtjubiläum am Sonntag, 23. Juli 2000, die Drehleiter mit ihrem nach dem Krieg gültigem Kennzeichen A/B 37-5109 erstmals wieder über die Straßen der Stadt.

Gebaut 1944 im Zeichen von Materialverknappung und Einsparungsmaßnahmen, davon zeugen zum Beispiel die Hartfaserrückwand des Führerhauses oder die mit Sperrholz beplankten Türen, wurde das Fahrzeug bis Kriegsende bei einer Luftschutzeinheit (mot) bayernweit eingesetzt, damals noch sandgelb lackiert.

 


Nach dem Krieg wurde sie vom Vorstand der Freiw. Feuerwehr Ingolstadt, Hr. Theo Ernstberger, ohne Bereifung nahe des Münchener Hauptbahnhofes in einem Sammeldepot für ehemalige Wehrmachtsfahrzeuge entdeckt. Nach Absprache mit dem damaligen Landesbranddirektor Dirnagl (Leiter der BF München) besorgte man sich kurzerhand Reifen und transportierte die Drehleiter an die Donau. Am 27. Juli 1948 wurde sie als erstes Fahrzeug dieser Art auf die Freiwillige Feuerwehr Ingolstadt zugelassen und in Betrieb genommen, jetzt natürlich in den standesgemäßen Farben rot und schwarz.
 

Bis 1970 stand die Drehleiter im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Ingolstadt, danach wurde sie von der Freiwilligen Feuerwehr Kösching übernommen und bis 1985 eingesetzt. Anschließend wurde sie an einen Köschinger Sammler verkauft.

Nach dessen Tod im Jahre 1999 entdeckte ein Mitarbeiter des Kulturamtes das historische Fahrzeug in einer Scheune. Nachdem man sich über die Historie des Fahrzeuges informiert hatte, wurde es vom Kulturreferat der Stadt Ingolstadt zurückgekauft, um mit ihm ein herausragendes Stück lokaler Zeit- und Technikgeschichte zu dokumentieren.