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Geschichte TLF
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Abz_HisFwTech_01

1974 - 2001
Der verdiente Ruhestand beginnt
 

Nach 27 jähriger Dienstzeit wurde im Februar 2001 das TLF 24/50 ausser Dienst gestellt. Aufgrund seiner Vorgeschichte entschloss man sich, dieses Fahrzeug in die Historische Fahrzeugsammlung der Stadt Ingolstadt einzugliedern. Es handelt es sich um das erste Fahrzeug der Baureihe TLF 24/50 (Prototyp) in Bayern. Als Lackierung wählte man die damals neu auf dem Markt befindliche Farbe “Leuchtrot RAL 3024”. In den 80er Jahren wurde das Fahrzeug mit einer zweiten Pedalanlage für Fahrschulbetrieb ausgestattet und für die damals noch übliche Führerscheinausbildung der Feuerwehrangehörigen bis Mitte der 90er Jahre genutzt. Die in den Jahren durchgeführten Änderungen (Spiegel, Blaulichter, Fahrschulausstattung) wurden bei Ausserdienststellung rückgebaut. Das TLF 24/50 befindet sich somit optisch wieder im Erscheinungsbild seiner Auslieferung im Jahr 1974.

Das Tanklöschfahrzeug befindet sich momentan im Zustand der Ausserdienststellung und ist ebenso wie unsere anderen Fahrzeuge voll einsatz- und fahrbereit. Eine Restaurierung steht aufgrund des guten Allgemeinzustandes zur Zeit nicht an.

 

Im Anschluss folgt ein Auszug eines Artikels aus der Brandwacht 3/74,
verfasst durch den damaligen Stadtbrandrat Rudolf Vierheilig:
 

TLF 24/50
Ein neues Tanklöschfahrzeug
 

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Noch immer, teilweise sogar zunehmend, gibt es eine ganze Reihe von Einsätzen, bei denen das notwendige Löschwasser fehlt oder nur in ungenügender Menge zur Verfügung steht Im Brandfalle spielt es dabei keine wesentliche Rolle, warum die Löschwasserversorgung ungenügend ist. In vielen Fällen dürfte allerdings auch auf lange Sicht gesehen eine wesentliche Verbesserung in der Löschwasserversorgung kaum zu erreichen sein. Hier ist vor allem an Einsätze auf Autobahnen und Bundesstraßen, auf Flughäfen, bei der Bundesbahn, bei Einödhöfen und anderen kleinsten dörflichen Ansiedlungen, in Mülldeponien und bei Waldbränden usw. zu denken.

Gerade diese Probleme müssen den verantwortungsbewußten Kommandanten größerer Stützpunktfeuerwehren ganz besonders beschäftigen, erwartet doch von ihm nicht nur die eigene Gemeinde, sondern auch das Umland eine besondere Hilfe. Es drängt sich nun die Frage auf, ob die bisherigen Norm-Tanklöschfahrzeuge TLF 16 und TroTLF 16 allen Anforderungen bezüglich der mitgeführten Wassermenge noch gerecht werden. Zwar ist es möglich, nach dem Additionsprinzip mehrere Tanklöschfahrzeuge an eine Einsatzstelle zu beordern. In vielen Fällen bedeutet dies jedoch wegen der meist Welten voneinander entfernt liegenden Standorte der einzelnen Tanklöschfahrzeuge so große zeitliche Verzögerungen, daß der Einsatzerfolg von vornherein in Frage gestellt ist.

Im Falle Ingolstadt kommt zu diesen Überlegungen nun noch erschwerend der Schutz einiger großer Industriebetriebe hinzu, darunter die Auto-Union und mehrere Raffinerien mit einem sehr starken Straßen- und Bahn-Tankwagen-Verkehr. Nicht selten ergibt sich auch die Notwendigkeit, rasch einen konzentrierten Schaumangriff machen zu müssen.

Bei unserer Suche nach einer geeigneten Lösung für ein Fahrzeug, das für diese Einsätze als Ergänzung für die .."Standard" -Löschfahrzeuge geeignet wäre, stießen wir darauf daß einige Berufsfeuerwehren sich schon ,,selbstgestrickte" Großtanklöschfahrzeuge mit einem Wasserinhalt von 4000 1 an aufwärts beschafft hatten. In der Frage der Besatzung gingen die Meinungen vom Trupp bis zur Löschgruppe und bei der feuerwehrtechnischen Beladung vom nackten Tankwagen mit Feuerlöschkreiselpumpe bis zum kombinierten  "Tank -Löschgruppen-Rüstwagen”. Entsprechend ,,hoch" lagen zwangsläufig auch in vielen Fällen die Abmessungen und Gewichte und damit die Preise.

In dieser Phase erfuhren wir, daß auch der AA3 des Fachnormenausschusses Feuerwehrwesen (FNFW) im Deutschen Normenausschuß (DNA) diese Lücke in der Brandbekämpfung erkannt und einen kleinen Arbeitskreis zur Erarbeitung einer Normvorlage für ein »Großtanklöschfahrzeug" gebildet hatte. Außerdem war das Landesamt bereit, im Rahmen eines Erprobungsvorhabens einen Zuschuß zu befürworten, sofern das Fahrzeug der genannten Normvorlage entsprechen würde.
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